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Einsatzbericht zum Großeinsatz Fa. Wendel vom 16.02.1999 bis 28.02.1999

Den wohl längsten Einsatz der hiesigen Feuerwehr erlebten wir im Februar 1999. Am 16.02.1999 erfolgte die Alarmierung unserer Wehr um 10:29 Uhr. Keiner konnte ahnen, dass die Fa. Wendel für die nächsten 8 Tage so etwas wie die zweite Heimat für uns darstellen würde. Auslöser der Alarmierung war ein Schwelbrand in einem der beiden Spänebunker. Dieser Silobrand war zuvor Grund dafür, dass sich Kreisbrandinspektor Heege sowie Ortsbrandmeister Kolb und Vertreter der Brandversicherung vor Ort trafen und über mögliche Löscheinsätze sprachen. Letzterer, der Vertreter der Brandsicherung, gab an diesem Tag der Leitstelle den Auftrag zur Alarmierung. Herr Heege und Herr Kolb hatten sich schon im Vorfeld auf die Löschung bzw. Abkühlung und Sauerstoffentzug entschieden. Von den Kameraden der Feuerwehr Dillenburg wurde eine Wärmebildkamera zur Verfügung gestellt.

Die Einsatzleitung beriet sich in den folgenden Stunden mit Mitarbeitern der Firma Messer-Griesheim. Ein Anwendungstechniker machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und erklärte den Umgang mit Stickstoff. Jedoch konnte auch er keinen Erfolg versprechen, da ihm dieser Einsatz neu war. Messer-Griesheim baute am Nachmittag zwei Verdampfer auf. Diese Verdampfer wandeln den -196 Grad kalten flüssigen Stickstoff in einen gasförmigen Aggregatzustand um. Noch am Abend kam der erste von mehreren Tankwagen aus Köln. Jedoch bevor dies alles geschehen konnte, musste die Zufahrt zu den Silos erst befestigt werden. Dies übernahm die Firma Neuser. Eine Tankwagenladung reichte für ca. 12 Stunden. Dieser gasförmige Stickstoff wurde über C-Schläuche und Heusonden in das Silo geleitet. Die innere Temperatur wurde dadurch gesenkt. Jedoch wurde bei Absetzen der Löschmethode auch wieder ein Temperaturanstieg festgestellt. Vor Ort wurde von unserer Feuerwehr ein 24-Stunden Dienst eingerichtet, wobei ein Schichtplan aufgestellt wurde. Immer wieder wurden neue Löcher in den Bunker geschlagen, um an verschiedenen Stellen Stickstoff in den Bunker zu leiten. Auch die Kameraden aus Herborn waren während der Zeit des Einsatzes vor Ort, indem sie mit jeweils 2 Kameraden ihren Flutlichtwagen zur Verfügung stellten. Nach dem Einsatz von Stickstoff wurde der Bunker durch die Fa. Neuser entleert. Hierbei kamen immer wieder neue Glutnestern zum Vorschein, was jeweils eine erneute Alarmierung zur Folge hatte. Dabei wurde versucht, diese Glutnester mit dem Einsatz von Schaum zu löschen.

Allein bei der Einsatzabteilung der FFW Gusternhain fielen insgesamt 1.091 Lohnausfallstunden an. Bei all diesen Anstrengungen, wo die besonderen Witterungsverhältnisse das ihrige dazu gaben, seien auch ein paar Anekdoten zum Schmunzeln aufgeführt. So gab es, wohl auch nicht alltäglich, den ersten Wehrführer im Feuerwehreinsatz auf dem Schneepflug. Es war unser Wehrführer Klaus-Jürgen Bader, der auf dem Gemeindeschneepflug die Straße vom Potsdamer Platz bis zur Einsatzstelle für die Stickstofftanker räumte. Ein anderes Mal gab ein Kamerad seiner künstlerischen Ader freien Lauf. In den Abendstunden formte er aus einer Schneeverwehung einen Hai. Es war Volker Bechtum. Über die gesamte Länge des Einsatzes wurden wir von der Chefin der Fa. Wendel bestens mit Speisen und Getränken versorgt. So gab es auch einen Tankwagenfahrer türkischer Abstammung, der uns hungrig beim Fleischwurstessen zusah.

Zum Schluss sei anzumerken, dass die älteren Kameraden von uns schon einmal einen Silobrand in den 70er Jahren hatten. Sie blieben damals bei der herkömmlichen Löschmethode, was einen erheblich kürzeren Einsatz zur Folge hatte.


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