Die Chronologie der Feuerwehr Gusternhain

Bis zur Gründung der vereinsmäßig und freiwillig organisierten Feuerwehr in Gusternhain bestand schon lange Zeit eine Pflichtfeuerwehr, wobei die Ortsbewohner zur Brandbekämpfung herangezogen wurden und dabei von der Gemeinde bereitgestellte Löschgeräte benutzten. Es wurde eine Feuerwehrspritze genutzt, die aus einem fahrbaren Unterbau auf vier Holzspeichenrädern bestand. Sie war mit einer Deichsel und einem Fahrerblock versehen, um gegebenenfalls auch Zugtiere vorspannen zu können. Aufgebaut war ein Wasserbehälter mit einer Pumpe, die über je einen Holm, an der Vorderseite und Rückseite, von je zwei Männern bedient werden musste.

Im November des Jahres 1895 wurde in Gusternhain die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die Wehr zählte zur Gründung 51 Mitglieder. Der erste Kommandant war der Lehrer Gustav Fries, der dieses Amt bis 1903 ausführte. Die Einsatzabteilung war geteilt in eine Spritzenmannschaft und eine Steigmannschaft. Darüber hinaus gab es sog. Feuerboten / bzw. Feuerläufer, deren Aufgabe es war, im Brandfall im Ort selbst oder in Nachbarorten die Alarmierung anderer Orte nach vorher genau festgelegten Abläufen zu gewährleisten.

Die Unterkunft der Feuerwehr Gusternhain war zunächst im Gebäude der Kirche (heutiges Café Glockenstube des Gasthauses Ströhmann). Im Laufe der Jahre sind verschiedene Einsätze und Begebenheiten im Protokollbuch verzeichnet. So war die Feuerwehr Gusternhain am 22. Juli 1919 bei einem Großbrand in Schönbach im Einsatz und im Jahr 1929 fanden zwei Einsätze in Breitscheid statt. Im Jahre 1944 wurde die erste Motorspritze von der Firma Metz in Karlsruhe angeschafft. Die alte manuelle Feuerwehrspritze fand ihren letzten Einsatz am 22. September 1945 bei einem Brand eines Stalls samt Scheune in Gusternhain bei Frau Berta Metz. Im Jahr 1953 wurde die Wehr nach dem Tod (1951) des damaligen kommissarischen Kommandanten, der die Wehr nach den Kriegsjahren kurz führte, neu aufgestellt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde in den Protokollbüchern nichts Wesentliches vermerkt – es ist auch nicht bekannt, wer in dieser Zeit die Wehr führte. Am 14. Januar 1956 erhielt die Feuerwehr eine Tragkraftspritze mit einer Leistung von 800 l/min. Diese fand ihren ersten großen Einsatz bei einem Großbrand bei dem Landwirt Ernst Klös, wobei Stallungen, Erntevorräte und landwirtschaftliche Geräte zum Opfer fielen, jedoch das Wohnhaus zusammen mit den Wehren aus Breitscheid, Heisterberg, Waldaubach und Herborn gerettet werden konnte. Im Jahr 1971 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in der Dorfmitte eingeweiht, wobei zusätzlich ein Tragkraftspritzenfahrzeug angeschafft wurde. Im März 1985 erhielt die Wehr eine neue Tragkraftspritze und im November 1989 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug. Im Jahr 1990 fand in Gusternhain der erste Fackelzug der Feuerwehr statt, der seitdem jährlich wiederholt wird.  Im Jahr 2001 wurde nach dem Erhalt eines SW-1000 das neue Feuerwehrgerätehaus am Dorfgemeinschaftshaus im Zillertal eingeweiht. Ein Jahr später (2002) wurde die Jugendfeuerwehr Gusternhain gegründet. Im Jahr 2006 erhielt die Feuerwehr einen Mannschaftstransportwagen und Ende 2007 wurde der SW-1000 durch einen GW-L ersetzt. Im Jahr 2015 wurde ein neues Löschfahrzeug TSF-W in Dienst gestellt. Bereits zwei Jahre zuvor wurde eine neue Tragkraftspritze (Rosenbauer Fox 3) angeschafft.

 

Kommandanten / Wehrführer der Feuerwehr Gusternhain:

1895 – 1903    Gustav Fries
1903 – 1921    Karl August Michel
1921 – 1928    Karl Löber
1928 – 1928    Adolf Ströhmann
1928 – 1940    Max Michel
1944 – 1951    Albert Bechtum
1953 – 1970    Fritz Sahm
1970 – 1986    Heinz Rompf
1986 – 2011    Klaus-Jürgen Bader

seit 2011   Stephan Diehl

Quelle: Gusternhain Anno Dazumal, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr Gusternhain, Horst Michel

 

Die Einsatzabteilung im Jahr 1958

geschichte wehr1958

 

Die Einsatzabteilung im Jahr 1971

 geschichte wehr1971

 

Die Einsatzabteilung im Jahr 1995

geschichte wehr1995


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